
Bei der Flexodruckverarbeitung von Etiketten treten Verzerrungen im Muster sowie ein „Halo-Effekt“ auf. In neun von zehn Fällen liegt das an einer unkontrollierten UV-Strahlung – dabei schwankt die maximale Strahlungsintensität, die spektrale Zusammensetzung der Strahlung ändert sich, und die notwendige Trockenzeit reicht nicht aus, um die Tinte vollständig zu trocknen. Die Folgen sind vorhersehbar: Verschwendung von Material, erneute Bearbeitung sowie Stillstandzeiten, die man nicht eingeplant hat.
Was technisch wichtig ist: Galliumiodidlampen beeinflussen die UV-Strahlung, indem sie die 254-nm-Linie des Quecksilbers dämpfen und mehr Energie in den Bereich von 365–405 nm leiten. Dieses Spektrum entspricht der Absorptionswirkung der Photoinitiatoren in vielen Druckfarben und Fotoresistsystemen. Dadurch wird die Vernetzung beschleunigt, während gleichzeitig eine Überhitzung des Materials vermieden wird.
Wenn man die Länge des Lichtbogens konstant hält und die Geometrie des Reflektors justiert, entsteht eine gleichmäßige Strahlungsintensität über die gesamte Druckbreite – in der Regel zwischen 600–1200 mJ/cm², wobei die maximale Strahlungsintensität über 1,5 W/cm² liegt. Durch kontrollierte Elektrodenabnutzung und eine Stabilität der Strahlungsintensität innerhalb von ±3% über 5.000+ Stunden kann die Lebensdauer der Lampe verlängert werden. Dadurch können auch die Wartungsintervalle verkürzt werden.
Warum das bei der Flexodruckverarbeitung von Etiketten vorteilhaft ist: Bei der Flexodruckverarbeitung bestimmt die Konstanz der Trocknungsprozesse die Geschwindigkeit des Druckvorgangs. Galliumiodidlampen sorgen dafür, dass die benötigte Energie zur Trocknung konstant bleibt – selbst wenn die Druckgeschwindigkeit erhöht wird. Dadurch bleibt die Größe der Tropfen sowie der „Edge Spread“ unter Kontrolle. Das eingeschränkte Spektrum sorgt außerdem für eine effektive Trocknung der Oberfläche, ohne dass die darunterliegende Schicht überbeansprucht wird. Dadurch bleibt die Farbdichte sowie die Genauigkeit beim Drucken gewährleistet.
Außerdem wird Energie eingespart, da die Lampen die elektrische Energie effizienter in nutzbare UV-Strahlung umwandeln. Weniger Lampentausche bedeuten weniger Stillstandzeiten und weniger Ausschuss.
Was man beachten muss: Galliumiodillumpe sind empfindlich gegenüber der Art und Weise ihrer Nutzung. Die Zündspannung sowie der Ballast müssen der Nennleistung der Lampe entsprechen. Zudem müssen Abstand zwischen den Elektroden sowie die Ausrichtung des Reflektors innerhalb der vom Hersteller vorgegebenen Toleranzen liegen. Die Strahlungsintensität kann durch Luftströmungen sowie Umgebungstemperatur beeinflusst werden – daher sollte der Raum um die Lampe stabil gehalten werden, um thermische Schwankungen zu vermeiden.
Bevor man eine Lampe verwendet, sollte man prüfen, ob sie mit dem jeweiligen Trocknungsmodul sowie der Druckmaschine kompatibel ist. Manche Druckmaschinen benötigen spezielle Lampenlängen sowie Anschlussarten.